Schluss mit Toten an der Grenze und rassistischer Gewalt / Stop border deaths and racist violence

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*** english version below ***

Die europäische Antiasylpolitik eskaliert: An der türkisch-griechischen Grenze schiesst die Polizei mit Tränengas auf Flüchtende, ein Flüchtender wurde dabei bereits getötet; Griechenland setzt für einen Monat das Asylrecht aus; auf Lesbos greifen Faschist*innen vor den Augen der Polizei Geflüchtete in den Booten an, bedrohen Helfer*innen und attackieren Journalist*innen. Wir schauen dem nicht tatenlos zu: Stehen wir zusammen und bekämpfen wir die Festung Europa!!

Deshalb fordern wir die sofortige Öffnung der Grenzen, die Aufhebung des Dublin-Systems sowie die Kündigung des europäisch-türkischen Flüchtlingsdeal! Wir fordern die Schweiz ausserdem dazu auf, Flüchtende direkt aus den Krisengebieten in der Türkei, Syrien und Griechenland aufzunehmen – insbesondere schutzbedürftige Menschen wie Familien mit Kindern!

Spontane Kundgebung morgen Dienstag, 3.3. 18:30 Uhr, Zürich HB
SAY IT LOUD, SAY IT CLEAR – REFUGEES ARE WELCOME HERE!

Die europäische Antiasylpolitik eskaliert: An der türkisch-griechischen Grenze schiesst die Polizei mit Tränengas auf flüchtende Menschen, ein Flüchtender wurde dabei bereits getötet; Griechenland setzt für einen Monat das Asylrecht aus; auf Lesbos greift die Küstenwache mit Schusswaffen Flüchtende in den Booten an, Faschist*innen bedrohen Helfer*innen und attackieren Journalist*innen. Wir schauen dem nicht tatenlos zu: Stehen wir zusammen und bekämpfen wir die Festung Europa!

Was wir derzeit in der Ägäis an Gewalt gegen Flüchtende erleben ist unerträglich. Menschen, die auf der Suche nach Schutz nach Europa kommen, werden brutaler Repression ausgesetzt. Die derzeitige Eskalation der Gewalt ist Teil des menschenfeindlichen Spiels, das die Türkei, Griechenland und die EU (mit Beteiligung der Schweiz) mit den Leben der Menschen spielen. Der Wunsch der Flüchtenden nach einer besseren Zukunft wird für politische Manöver ausgenutzt. Sie werden wie eine Ware von den verschiedenen Regierungen für ihre strategischen Zwecke ausgenutzt.

Griechenland hat das Recht auf Asyl in Verletzung der Genfer Flüchtlingskonvention ausser Kraft gesetzt. Die Situation vor Ort ist verheerend: Überfüllte Lager, in denen Tausende in unmenschlichsten Bedingungen nur knapp überleben. Heimliche Verlegung der Bereitschaftspolizei auf die griechischen Inseln, um mit Tränengas und Knüppeln gegen Anwohner*innen vorzugehen. Die Polizei, Soldaten und Anti-Terror-Truppen feuern derweil mit Tränengas und Wasserwerfer gegen Flüchtende, die versuchen die Grenzübergänge auf dem Land zu passieren. All jene, denen es dennoch gelingt, Griechenland zu erreichen, droht Inhaftierung. Boote werden noch im Wasser von der Küstenwache angegriffen.
Auf der anderen Seite der Grenze ist die Situation ebenso grausam: Im sogenannten Flüchtlings-Deal sicherte die Türkei bisher gegen Milliarden-Zahlungen die EU-Aussengrenze. Während die humanitäre Situation in Syrien immer katastrophaler wird, verkündete Präsident Erdoğan nun die «Öffnung» der Türkischen Grenzen zur EU. Dies nicht etwa in Sorge um das Leben der Flüchtenden, sondern im Gegenteil im Versuch die EU zu zwingen, die Türkei in ihren Kriegen zu unterstützen. Tausende verzweifelter Menschen ziehen deshalb derzeit Richtung Griechenland in der Hoffnung, dort endlich in Sicherheit zu sein. Lasst uns aber nicht vergessen: Brutale Gewalt entlang der EU-Grenzen ist alltäglich – seien es Tote im Mittelmeer oder Inhaftierte in überfüllten Lagern. Die gegenwärtige Bestialität ist jedoch ein neuer Höhepunkt dieser menschenverachtenden Politik.

Aber wir haben auch Menschen gesehen, die gegen alle Widrigkeiten über die Grenzen marschieren und sich gemeinsam mit den Einheimischen gegen diese gewalttätige Politik wehren. Wir treten vereint gegen die gewalttätigen Exzesse an den Grenzen Europas an, und wir werden nicht aufhören, für eine Welt der Bewegungsfreiheit zu kämpfen!

Deshalb fordern wir die sofortige Öffnung der Grenzen, die Aufhebung des Dublin-Systems sowie die Kündigung des europäisch-türkischen Flüchtlingsdeal! Wir fordern die Schweiz ausserdem dazu auf, Flüchtende direkt aus den Krisengebieten in der Türkei, Syrien und Griechenland aufzunehmen – insbesondere schutzbedürftige Menschen wie Familien mit Kindern!

Stop border deaths and racist violence

The European anti-asylum policy is escalating: At the Turkish-Greek border the police shoots at refugees with tear gas, one refugee has already been killed in the process; Greece suspends the right of asylum for one month; on Lesvos the coastguard attacks refugees in boats using guns, fascists threaten helpers and attack journalists. We do not stand by and watch: Let’s stand together and fight the fortress Europe!

The violence against refugees we are currently observing and experiencing in the Aegean Sea is unbearable. People who come to Europe in search of protection are subjected to brutal repression. The current escalation of violence is part of the inhumane game that Turkey, Greece and the EU (with the participation of Switzerland) are playing with people’s lives. Refugees’ desire for a better future is exploited for political manoeuvres. Like a commodity, they are exploited by the various governments for their strategic purposes.

Greece has suspended the right to asylum in violation of the Geneva Convention on Refugees. The situation on the ground is devastating every day: overcrowded prisons and camps, in which thousands barely survive in the most inhumane conditions. On the Greek Islands Riot police forces secretly deployed to crack down on local inhabitants with tear gas and clubs. Riot police forces along with soldiers and anti-terror squads firing tear gas and water cannons at refugees who attempt to enter through the land border. Those who do succeed in reaching Greece face imprisonment merely for crossing the border. Boats attacked by coastguard and Frontex in the Aegean Sea and prevented from disembarking by fascists at Greek harbours.

On the other side of the border, the situation is just as cruel: in the so-called refugee deal, Turkey has this far secured the EU’s external border in return for the payment of billions, with refugees being held under miserable conditions. While the humanitarian situation in Syria is becoming increasingly catastrophic, the Turkish President Erdoğan has announced the „opening“ of Turkey’s borders with the EU. This is not in concern for the wellbeing of the refugees, but in an attempt to force the EU to support Turkey in its wars. Thousands of desperate people are therefore currently moving towards Greece in the hope of finally being safe there. Let us not forget, however: Brutal violence along the EU’s borders has been common for decades – be it deaths in the Mediterranean or detainees in overcrowded camps. The current bestiality, however, is a new high point in this inhuman policy.

But we have also seen people ‘on the move’ claiming their rights and standing in solidarity together with locals against these repressive policies. We have seen people marching across borders against all odds and against the violent European border regime. We will stand united against this cruelty! We will not stop denouncing the violent excesses at Europe’s borders and we will not stop struggling for another world of freedom of movement!

We therefore call for the immediate opening of the borders, the lifting of the Dublin system and the Termination of the European-Turkish refugee deal. We also call on Switzerland to take in refugees from the crisis areas in Turkey, Syria and Greece directly – especially vulnerable people such as families with children.

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