Solidaritätsdemo aus den Wohnzimmern am Internationalen Tag gegen Rassismus

gefunden auf barrikade.info

Wir erleben eine beispiellose menschenrechtliche, gesundheitliche und politische Katastrophe. Angesichts der weltweiten Corona-Pandemie müssen wir mehr denn je solidarisch handeln und jene unterstützen, die von dieser Katastrophe besonders schwer betroffen sind. Das sind unter anderem Alte, Arme, Obdachlose, Immunschwache und auch geflüchtete Menschen an den europäischen Aussengrenzen.

Corona stellt aktuell alle anderen Themen in den Schatten. Die humanitäre Katastrophe an den EU-Aussengrenzen und die Gewalt gegen Menschen auf der Flucht besteht jedoch weiterhin. Menschen, die z.B. in den überfüllten Lagern auf Lesbos und Samos festgehalten werden, haben keinen Zugang zu einer medizinischen Grundversorgung und damit keine Chance, sich gegen die um sich greifende Corona-Pandemie zu schützen. Menschen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen, werden an den europäischen Aussengrenzen mit Tränengas und Wasserwerfern zurückgedrängt und sind der Gewalt von Grenzbeamt*innen und faschistischen Gruppierungen ausgesetzt.

Nach der Grenzöffnung der Türkei und vor der Corona-Pandemie gingen zehntausende Menschen auf die Strasse, um auf die Abschaffung der Menschenrechte in Europa aufmerksam zu machen. Weitere Demonstrationen waren schweizweit geplant. Sie mussten, wie so vieles, wegen COVID-19 abgesagt werden. Nicht auf die Strasse gehen zu können, heisst aber nicht, dass weggeschaut wird. Auch heute solidarisierten sich Aktivist*innen mit den Schutzsuchenden an den EU-Aussengrenzen und zeigten klare Botschaften von ihren Wohnzimmern aus. Sie waren entschlossen und kreativ, um aus der Quarantäne heraus zu protestieren. Die Wohnzimmerdemonstration wurde durch Transparente an den Fenstern und Balkonen sowie in Gärten vervollständigt. Zudem machten Aktivist*innen vor dem Regierungsgebäude, dem Rathaus und auf dem Inseli auf die Missstände aufmerksam.

Alle Aktionen wurden auf den Sozialen Medien geteilt, um so ein Publikum zu bekommen. Unter den Hashtags #LeaveNoOneBehind, #GrenzenTöten und #RiseAgainstBorder wurden die Beiträge veröffentlicht. Ein stiller Protest mit einer lauten Nachricht: Wir schauen nicht weg. Wir fordern die sofortige Evakuierung aller Menschen aus den überfüllten Lagern an der EU-Aussengrenze und ihre Unterbringung an sicheren Orten, wo sie angesichts der Corona-Pandemie den dringend notwendigen Zugang zu medizinischer Versorgung haben können. Wir fordern den sofortigen Stopp der Unterstützung der staatlichen Gewalt an der EU-Aussengrenze. Wir fordern die bedingungslose Wahrung der Menschenrechte und die Wiederherstellung des Zugangs zu Schutz und Asylverfahren in der Europäischen Union und in der Schweiz.

In der Schweiz und ganz Europa: Wir lassen niemanden zurück – auch nicht an den EU-Aussengrenzen!

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