Autodemo /Car – demonstration Zürich: Safety for all refugees!

english below

Es war schon vor Corona Notstand!

Gefährliche Zustände in Schweizer Asyllagern, katastrophale Situation in den griechischen Geflüchteten-Lager, Tote auf dem Mittelmeer – all das ist nicht neu. Doch die Corona-Krise zeigt wieder einmal die krassen Abgründe eines Systems, welches Menschen nach Race, Klasse und Gender hierarchisiert, unterdrückt und den Profit über alles stellt.

In den meisten Schweizer Asylunterkünften ist es für die Menschen unmöglich, sich effektiv gegen das Corona-Virus zu schützen – trotz allen Beteuerungen und Ausflüchten von Bund und Kantonen. Zehn Menschen auf einem Zimmer, schlechte Hygienebedingungen, mangelhafte Isolierung von infizierten Personen, all das ist weiterhin Realität. In Urdorf z.B. leben 40 Menschen unter katastrophalen Bedingungen in einem unterirdischen Bunker. Statt diese Bedingungen zu verbessern, hat der Bundesrat nun Asylverfahren ohne Rechtshilfe ermöglicht und die Ausreisefristen verlängert, damit Ausschaffungen weiter stattfinden können. All das war schon vor Corona ein Skandal und Teil des rassistischen Systems Schweiz.

Auch ausserhalb der Schweiz trifft die Krise diejenigen, die sowieso schon unter der rassistischen europäischen Politik leiden, am härtesten. In den Lagern auf den griechischen Inseln leben über 40’000 Menschen in katastrophalen Zuständen – auch das bereits vor dem Corona-Virus. Nun ist die Situation noch dringlicher, die Menschen in diesen Lagern müssen in Sicherheit gebracht werden, und zwar sofort! Bei einem Ausbruch der Pandemie in den Lagern droht eine Katastrophe unermesslichen Ausmasses.

Wir fordern Sicherheit für alle Geflüchteten, sei es in der Schweiz, auf den griechischen Inseln oder sonst wo auf der Welt!
Genauere Forderungen hier: https://riseagainstborders.org/2020/04/03/rede-grenzen-und-hotels-oeffnen-speech-open-borders-and-hotels/

Wir gehen deshalb auch während der Corona-Krise auf die Strassen, gerade jetzt ist es umso wichtiger, dass wir Widerstand organisieren.

Uns ist es wichtig, dass wir die Schutzmassnahmen gegen das Corona-Virus einhalten. Kommt daher mit maximal 5 Personen pro Auto, bleibt in den Autos drin und bildet Gruppen mit Menschen, mit denen ihr sowieso schon in Kontakt seid.

Treffpunkt: Samstag, 18.04.20, 14 Uhr, Besammlung Heinrichstrasse Zürich(vorderstes Auto vor dem Abaton).
Dekoriert eure Autos mit Transparenten, Fahnen, Plakate!

#LeaveNoOneBehind
#RiseAgainstBorders

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We were in a state of emergency even before corona!

Dangerous conditions in Swiss asylum camps, catastrophic situation in Greek refugee camps, deaths in the Mediterranean – all this is not new. But the corona crisis once again shows the blatant abysses of a system that hierarchizes people according to race, class and gender, oppresses them and puts profit above everything.

In most Swiss asylum centres it is impossible for people to protect themselves effectively against the coronavirus – despite all assurances and excuses of the federal government and the cantons. Ten people in one room, poor hygienic conditions, inadequate isolation of infected persons, all this is still a reality. In Urdorf, for example, 40 people live under catastrophic conditions in an underground bunker. Instead of improving these conditions, the Federal Council has now made asylum procedures without legal assistance possible and extended the time limits for leaving the country so that deportations can continue. All this was already a scandal before Corona and part of Switzerland’s racist system.

Outside Switzerland, too, the crisis is hitting those who were already suffering from racist European politics the hardest. In the camps on the Greek islands, over 40’000 people are living in catastrophic conditions – even before the coronavirus. Now the situation is even more urgent, the people in these camps must be brought to safety – immediately! If the pandemic breaks out in the camps, a catastrophe of immeasurable proportions is imminent.

We demand security for all refugees, whether in Switzerland, the Greek islands or anywhere else in the world!

Find the more precise demands here: https://riseagainstborders.org/2020/04/03/rede-grenzen-und-hotels-oeffnen-speech-open-borders-and-hotels/

We therefore take to the streets even during the corona crisis. Now it is all the more important that we organize resistance.

Meeting place: Saturday, April 18, 2020, 2 pm, gathering at Heinrichstrasse Zurich (front car in front of the Abaton). Decorate your cars with banners, flags, posters!

It is important to us that we respect the protection measures against the coronavirus. Therefore, come with a maximum of 5 people per car, stay in the cars and form groups with people you are already in contact with anyway.

# Evakuieren Jetzt: Appell für sofortige Evakuierung Geflüchteter aus der Ägäis

gefunden auf: https://evakuieren-jetzt.ch/

Es gibt Zeiten, in denen schöne Ansprachen gehalten werden können – und Zeiten, in welchen gehandelt werden muss.

#Evakuierenjetzt ruft den Bundesrat und das Parlament eindringlich dazu auf, möglichst viele Geflüchtete aus der Ägäis in die Schweiz zu holen. Als Dublin-Staat trägt die Schweiz eine Mitverantwortung für die humanitäre Katastrophe auf den griechischen Inseln. Sie hat die nötigen Kapazitäten und finanziellen Mittel, um einen wichtigen Beitrag an die Evakuierung zu leisten. Angesichts der fortschreitenden Corona-Pandemie drängt die Zeit dazu. 

Auf den griechischen Inseln in der Ägäis ereignet sich vor unseren Augen eine stille Katastrophe. Mehrere zehntausend Geflüchtete aus Kriegs- und Konfliktgebieten sind dort gestrandet, ohne dass sie Schutz erhalten würden. Die medizinische Versorgung ist nicht gewährleistet und selbst das Recht auf ein Asylgesuch wurde zeitweise ausgesetzt. Besonders dramatisch ist die Situation im Camp Moria auf der Insel Lesbos, wie die Hilfswerke vor Ort berichten. 

Den Menschen von Moria werden elementare Grundbedürfnisse wie Hygiene und Ernährung vorenthalten. Auf mehr als tausend Personen kommt ein Wasserhahn. Für die Verteilung von Essen müssen sie stundenlang anstehen, oft ist es ungeniessbar. Die Geflüchteten, mehrheitlich Frauen und Kinder, haben keine sichere Unterkunft. Die meisten leben in kleinen Zelten und selbstgebauten Hütten. Unter diesen Umständen ist es nicht möglich, Weisungen zur Eindämmung des Coronavirus einzuhalten, wie sie etwa das Bundesamt für Gesundheit in der Schweiz ausgegeben hat. Bei einem Covid-19-Ausbruch droht eine Katastrophe mit vielen Toten.

Die unmenschliche Situation auf den griechischen Inseln ist eine Folge der europäischen Flüchtlingspolitik. Die Schweiz hat das Abkommen von Dublin mitunterzeichnet und jahrelang davon profitiert. Nach diesem Abkommen können Menschen nur in dem europäischen Land ein Asylgesuch stellen, in dem sie zuerst ankommen, beispielsweise in Griechenland. Jeder Dublin-Staat kann aber auch immer von sich aus auf Asylgesuche eintreten. Diese Möglichkeit muss die Schweiz jetzt nutzen.

Die Zahl der Asylgesuche in der Schweiz befindet sich auf einem historischen Tief. Unser Staat verfügt über die finanziellen Mittel, die räumlichen Kapazitäten und die personellen Ressourcen, um viele Geflüchtete aufzunehmen und sie hier zu betreuen. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die finanzielle Unterstützung Griechenlands die Situation für die Geflüchteten nur wenig verbessert hat. Es bleibt nur noch die Evakuierung. Die Schweiz hat in den letzten Tagen mit der grössten Rückholaktion ihrer Geschichte gezeigt, dass Evakuierungen möglich sind. Was für die Menschen mit Schweizer Pass gilt, das muss auch für die Verletzlichsten möglich sein. So steht es in der Präambel unserer Verfassung. 

Einige europäische Staaten haben bereits zugesagt, Geflüchtete aus Lesbos aufzunehmen. Wir fordern den Bundesrat auf, sich mit einem klaren und mutigen Signal anzuschliessen. Die Genfer Flüchtlingskonvention und die Menschenrechte für alle behalten auch jetzt ihre Gültigkeit. Die öffentliche Schweiz ist stolz auf ihre humanitäre Tradition. Diese Tradition lebt aber nur dann fort, wenn sie in Krisenzeiten erneuert wird. Es gibt Zeiten, in denen schöne Ansprachen gehalten werden können. Und es gibt Zeiten, in denen gehandelt werden muss. 

Die Ostertage 2020 sind eine solche Zeit.

Mehr auf: https://evakuieren-jetzt.ch/

 

Solidaritätsvideo

Unsere Antwort auf eure menschenverachtende Politik an der Grenze Türkei-Griechenland…?

Seien wir widerständig! Zeigen wir unsere Wut gegenüber dem herrschenden System, hier und überall!
+++
Our answer to your inhuman politics at the border turkey-greece…?

Let’s be resistant! Let’s show our anger towards the ruling system, here and everywhere!

#RiseAgainstBorders
#LeaveNoOneBehine

Solidaritätsaktionen in Frankfurt

Solidaritätsaktionen auf Video:

Solidarity actions on video:

Solidaritätsaktionen in Frankfurt

Solidarität heisst Widerstand, hier und überall!In Frankfurt zogen Aktivisti los, um mit Graffitis, Plakaten und Bannern auf die SItuation an der griechisch-türkischen Grenze aufmerksam zu machen!Schnappt euch eure Freund*innen und wehrt euch gegen das repressive, rassistische System!Wir fordern nichts anderes als die Evakuierung aller Camps!+++Solidarity means resistance, here and everywhere!In Frankfurt activists embellished the city with tags, posters, and banners! They wanted to call attention to the inhumane situation at the greek-turkish border!Snatch your friends and fight against the repressive and rascist system!We want nothing else but the evacutation of all camps!#RiseAgainstBorders#LeaveNoOneBehind#WirHinterlassenSpuren

Gepostet von RiseAgainstBorders am Dienstag, 7. April 2020

Busse für Transpiaktion unter Corona-Vorwand

Am Sonntagnachmittag, dem 6. April 2020 haben 4 Aktivist*Innen im Rahmen des Aktionstags von #LeaveNoOneBehind und #riseagainstborders beim
Bürkliplatz ein Transpi in die Höhe gehalten. Das war ein grosses Transpi (zwischen den Pfosten 2 Meter Abstand) um auf die Lage in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln aufmerksam zu machen. Der Protest wurde still durchgeführt, die vier Teilnehmenden trugen Schutzmasken und hielten während der ganzen Zeit den Mindestabstand von 2 Metern gegen über Passant*Innen ein. Genau diese 2 Meter wurden aber nach 10 Minuten von den Bullen als Grund für eine Wegweisung und eine Übertreungsanzeige von 100.- pro Person verwendet.

Zudem wurden 2 solidarische Menschen mit je einer Busse von 100 Franken bestraft, aus dem Grund, zueinander nicht 2 Meter Abstand einzuhalten. Alle anderen Menschen auf dem Platz, in Gruppen stehend, auf den Bänkchen kuschelnd, wurden natürlich nicht bestraft.

Dies zeigt, dass Massnahmen selektiv eingesetzt werden, um unliebsame Meinungsäusserungen zu unterdrücken. Das ist eine besorgniserregende
willkürliche Anwendung der Covid 19-Verordnung.

(In der Richtlinie der Kantonspolizei sind sogenannte Mahnwachen zwar nicht erlaubt, es ist aber zu lesen, dass bei bestehenden Ansammlungen die Teilnehmenden dazu aufgefordert werden sollen sich unter einer Frist freiwillig und friedlich zu zerstreuen. Kommunikation war jedoch Fehlanzeige, bis zur Ausstellung der Bussen wurden die Aktivist*innen
weder mündlich aufgefordert den Platz zu verlassen, noch war die Polizei gesprächsbereit. Damit wurde den Aktivisti*nnen keine Möglichkeit gegeben auf die Anweisung zu reagieren.)

Diese Aktion war geplant um Solidarität zu zeigen mit den Menschen an den griechischen Grenzen, um auf die miserablen Zustände an den Grenzen Europas aufmerksam zu machen und um gegen jegliche Form von Lager zu protestieren. Und nun müssen wir stattdessen (wieder einmal) über politische Meinungsäusserung diskutieren.

Solidarität ohne Grenzen

gefunden auf: lucify.ch

Am Freitag Nachmittag 4 April hat eine Aktion als Teil von der Kampagne RiseAgainstBorders in Bern stattgefunden. Die Aktivist*innen haben mit einer speziellen Form, wegen der Coronazeit, protestiert, indem sie zwei Meter Abstand gehalten und Schutzmasken getragen haben. Sie protestierten, während der Bundesrat die Medien über seine neusten Beschlüsse informierte, vor dem Medienhaus. Sie haben mit diesem Protest die aktuelle Politik des Bundesrates kritisiert. Sie hatten vier Forderungen:

  1. Der Bundesrat soll die Grenzen für Geflüchtete (wieder) öffnen. Es geht nicht an, dass Schweizer*innen per Sonderflüge zurückgeflogen werden oder die Grenze für Arbeitskräfte offen ist, während geflüchteten Menschen in Notlagen der Zugang in die Schweiz verweigert wird. Den Geflüchteten, die derzeit im griechisch-türkischen Grenzgebiet blockiert sind, könnte der Bundesrat z.B. über den Schutzstatus S direkt eine Einreise in Schweiz ermöglichen.
  2. Der Bundesrat soll aufgrund der engen Platzverhältnisse unverzüglich darauf verzichten, geflüchtete Menschen in Asylzentren unterzubringen und ihnen Wohnungen oder Hotelzimmer zur Verfügung stellen.
  3. Der Bundesrat soll unverzüglich alle Migrant*innen in Administrativhaft befreien. Wegen Corona besteht keine Grundlage mehr, die Personen weiter gefangen zu halten.
  4. Der Bundesrat soll unverzüglich aufhören, negative Asylentscheide zu fällen. Wegen Corona besteht kein wirklicher Rechtsschutz mehr, da die Strukturen der Rechtsvertretung nicht mehr unter ordentlichen Umständen arbeiten.

Wir hinterlassen Spuren – #LeaveNoOneBehind

gesehen auf barrikade.info

Solidarität hört nicht bei unseren Nachbar*innen auf. 40.000 Menschen sitzen auf den griechischen Inseln fest, ohne Schutz vor Corona. Wir fordern die Schweiz auf, diese Menschen zu evakuieren. Da wir nicht gemeinsam auf die Strasse gehen können, machen wir es nacheinander und hinterlassen unsere Spuren mit Kreide vor der Jesuitenkirche Luzern oder auf dem Helvetiaplatz Zürich. Sonntag 05.04. von 10.00 – 18.00 Uhr. Für grenzenlose Solidarität! #LeaveNoOneBehind

Hinterlasse deine Fussabdrücke und deine Botschaft mit Kreide im Bilderrahmen.
Mach ein Foto und teile es über deine Kanäle.
#LeaveNoOneBehind #WirHabenPlatz #SeebrueckeCH
#LeaveNoOneBehind oder Für grenzenlose Solidarität.

„2 Meter Abstand sind ein Privileg“

Wir befinden uns im Shut-Down. Wir bleiben zuhause oder halten zumindest zwei Meter Abstand, achten auf Hygiene und tragen bei engeren Kontakten einen Mundschutz. Wir sind solidarisch mit unserer Nachbarin und kaufen für sie ein. Wir sind solidarisch mit unseren Eltern und liefern ihnen warme Mahlzeiten.

Solidarität hört jedoch nicht bei unseren Nächsten auf. Sie kennt keine Grenzen, weder zwischen gesellschaftlichen Schichten noch zwischen Ländern. Während wir die Vorgaben des BAG gut einhalten können, bleiben zwei Meter Abstand an anderen Orten ein Privileg. In Notschlafstellen. In Asylunterkünften. In den Lagern in Idlib, Libyen oder den griechischen Inseln. Lassen wir diese Menschen nicht zurück!

In den Lagern auf den griechischen Inseln müssen 40.000 Menschen unter katastrophalen Bedingungen ausharren. Auf engstem Raum. Ohne hygienische Mindeststandards. Weitgehend ohne medizinische Versorgung. Die Lager an sich sind eine permanente Menschenrechtsverletzung.

Versammlungen von Menschenmengen sind zurzeit unverantwortlich. Genauso unverantwortlich wäre es aber, angesichts der sich weiter zuspitzenden humanitären Katastrophe nicht zu protestieren. Wenn wir nicht gemeinsam demonstrieren können, dann machen wir das nacheinander! Wenn wir uns mit zwei Meter Abstand an der Supermarktkasse anstellen können, dann können wir das auch für Solidarität!

Wir hinterlassen dafür unsere Spuren, mit Kreide gezeichnet im öffentlichen Raum, um zu zeigen: Wir sind viele! Wir fordern ein Handeln! Die griechischen Inseln müssen umgehend evakuiert werden! Wir wissen: Die Schweiz kann das. Weltweit wurden Schweizer Tourist*innen mit Flugzeugen zurückgeholt. Jetzt müssen die Menschen von den griechischen Inseln geholt werden.

Rede | Speech of the Action „With physical distancing against social distancing“

[English below] Wir haben folgende Rede zur heutigen Aktion vor dem Medienzentrum in Bern erhalten und publizieren die gerne auf unserer Seite:

Deutsch

In der aktuellen Pandemiesituation haben wir – in der Theorie – alle das gleiche Risiko, an Corona zu erkranken. Doch in der Praxis haben nicht alle die gleichen Möglichkeiten, sich zu schützen. Es trifft die ohnehin diskriminierten Personen und Gruppen am stärksten: Sei es aufgrund von Flucht, infolge eines illegalisierten Status oder bedingt durch andere soziale Faktoren. Während überall von Solidarität gesprochen wird, wollen wir nicht vergessen, dass viele Menschen aus dem Solidaritätskreis ausgeschlossen werden.

– In den Kantonen und Gemeinden leben Menschen in Asyllagern auf engstem Raum zusammen. Der Schutz vor Corona ist dadurch verunmöglicht. Die kantonalen Migratiosbehörden sowie das SEM sollen geflüchteten Personen Wohnungen oder leerstehende Hotelzimmer anbieten. Wir fordern: Dezentrales Wohnen ermöglichen und Asylzentren evakuieren!

– Für einen effektiven Rechtsschutz brauchen Geflüchtete rechtliche Unterstützung. Bereits vor Corona war es für Asylsuchende schwierig, sich gegen einen negativen Asylentscheid zu wehren. Nun ist es fast unmöglich geworden. Der Zugang zu Fürsprechenden und Rechtsvertretungen ist wegen Corona nicht gewährleistet. In vielen Bereichen ist das Justizsystem lahmgelegt worden. Nur im Asylsystem geht es weiter wie zuvor. Selbst das SEM macht kein Geheimnis daraus, dass Asylverfahren zur Zeit teilweise ohne die Anwesenheit einer Rechtsvertretung durchgeführt werden. Statt auf die Erteilung von negativen Asylentscheiden zu verzichten, hat das SEM lediglich die Beschwerdefrist im beschleunigten Verfahren von sieben Arbeitstagen auf 30 Tage verlängert. Diese Massnahme wird die Situation kaum verbessern. Erstens bringt in der Abwesenheit von rechtlichem Beistand auch eine verlängerte Beschwerdefrist nichts und zweitens gilt die Massnahme ausschliesslich für die beschleunigten Verfahren. Bei Dublin und erweiterten Verfahren gelten somit die üblich kurzen Beschwerdefristen. Der Bundesrat soll die angeordnete Verlängerung der Gerichtsferien auch auf das asylrechtliche Beschwerdeverfahren ausdehnen, wodurch negative Asylentscheide nicht in Kraft treten können. Wir fordern deshalb: Unverzüglich auf die Eröffnung negativer Asylentscheide zu verzichten!

– Wir kritisieren grundsätzlich, dass Menschen inhaftiert und unter Zwang abgeschoben werden. Angesichts der weltweiten Gesundheitslage ist der Aufenthalt in Ausschaffungsknästen noch unzumutbarer geworden als zuvor. Auch sind die gesetzlichen Voraussetzungen für die Haftanordnung nicht mehr gegeben, da die meisten Ausschaffungen aktuell nicht durchführbar sind. Unter den aktuellen Bedingungen handelt es sich tatsächlich um nichts anderes mehr als Inhaftierung von Geflüchteten. Wir fordern deshalb, dass alle Menschen unverzüglich aus der Administrativhaft freigelassen werden!

– Schweizer*innen werden per Sonderflüge zurückgeflogen und Arbeitskräfte dürfen weiterhin einreisen. Ansonsten bleiben die Grenzen- zum Schutz der schweizer Bevölkerung- zu. Doch auf der anderen Seite der Grenzen sind auch Menschen und die haben dasselbe Recht auf Schutz, Sicherheit und Freiheit. Recht auf Asyl ist nicht irgendein Luxus, den wir einfach „pausieren“ können: Flucht bleibt bestehen, Fluchtursachen bleiben bestehen, Kriege gehen weiter, Ausbeutung geht weiter, Rassismus, Klassismus, Sexismus und jegliche Form von Diskriminierung hören nicht auf. Also lasst uns etwas unternehmen gegen diese pseudo-solidarische, rassistische Politik der schweizer Regierung  Wir fordern, dass die Grenzen für asylsuchende Personen unverzüglich wieder geöffnet werden!

– Die Situation an der griechisch-türkischen Grenze sowie in Griechenland war schon vor Corona untragbar. Im Moment verschärft sich die Situation zusätzlich. Mehr als 40’000 Menschen leben schon nur auf der Insel Lesvos auf engstem Raum ohne genügende Gesundheitsversorgung, ohne genügend Zugang zu Wasser und Essen. Dazu kommen staatliche Gewalt oder Angriffe von Faschist*innen, denen die Geflüchteten täglich ausgesetzt sind. Der Bundesrat kann und soll diesen Menschen durch die Vergabe des «Status S» die direkte Einreise gewähren. Wir fordern die sofortige Aufnahme von Geflüchteten aus dem türkisch-griechischen Grenzgebiet!

Was wir hier nennen, sind einige Massnahmen, die sofort ergriffen werden können. Sie sollen die aktuelle Situation entschärfen. Geflüchtete, Illegalisierte und Sans-Papiers werden aber nicht erst seit Corona diskriminiert und verfolgt. Sie werden es täglich, an den Grenzen, in den Lagern, in den Knästen, bei der Arbeit, in der Schule, im alltäglichen Leben. Wir kämpfen deshalb grundsätzlich für die Bewegungsfreiheit aller Menschen, egal woher sie kommen und welche Papiere sie besitzen.

Solange die Solidarität an Grenzen und Aufenthaltsstati stoppt, setzen wir uns ein für: #RiseAgainstBorders.

Hier geht’s zu weiteren Forderungen des #RiseAgainstBorders Netzwerk!


we have received the following speech about today’s action (Friday afternoon, 3.4.20) in front of the media centre in Bern and are happy to publish it on our site:

Englisch

We (those of us present today, as well as many who stayed home because of Corona) are stunned, we are horrified, we are sad and angry, we are outraged and at the same time deeply worried. Because we are not all affected in the same way and the Corona measures have diffrent burdens for everyone.

The people and groups who are already worse off get hit the hardest: whether its people that are fleeing, have an «illegal» status or other social factors. While the call for solidarity embraces everyone equally, should people not receive specific solidarity according to their specific situation?

It can’t be!

People everywhere appeal to national cohesion: but Corona goes beyond national borders: our solidarity should therefore be borderless!

We see it as our social responsibility to stand up for all people, just as we do for those in our immediate surroundings.

In the cantons and boroughs, people live in asylum centres in very confined space. This makes protection from corona impossible. The cantonal migration authorities as well as the SEM should offer refugees apartments or vacant hotel rooms.

We demand decentralized living and evacuation of the asylum centers!

Even before this, it was difficult for asylum seekers to defend themselves against a negative asylum decision. Now it has become almost impossible.
For effective legal protection, refugees need legal assistance. Because of Corona access to advocates and legal representation is not availabel.
In many areas the judicial system has been brought to a complete halt. Only in the asylum system it is continuing as before. When asked whether this is still legal, Mario Gattiker said that under emergency law almost anything is possible. We cannot accept that as an answer.
The Federal Council is to extend the ordered judicial vacation to include the asylum appeal procedure, which means that negative asylum decisions cannot come into force.

In general we are critical of the fact that people are deported under coercion. In the current condition this is in fact nothing more than the imprisonment of refugees.

We therefore demand the release of administrative detainees!

We therefore call for the immediate reopening of the borders for asylum seekers. The right to asylum must be guaranteed at all times.

We can no longer stand by and watch as governments rely on people dying before they can exercise their right to seek asylum in an EU country or in switzerland.

We therefore call for the immediate admission of refugees from Greece: the situation at the Greek-Turkish border and in Greece was intolerable even before Corona. At the moment, the situation is further aggravated by the fact that more than 40,000 people are already living on the island of Lesvos alone, in a very confined area without adequate health care, without sufficient access to water and food. The Federal Council can and should grant these people direct entry by granting them „Status S“.

What we mention here are some measures that can be taken immediately. They should defuse the current situation. Refugees, illegalised persons and sans-papiers were already discriminated against before Corona. We therefore fight for freedom of movement for all people, no matter where they come from and what papers they have (or don’t have).

We are in a state of emergency?

Insecurity, isolation, health risks, financial losses…

For many people this is normal! But it must never be normal for anyone!

It is not the first life-threatening crisis, but its been a long time since also the most privileged of this world are affected, we ourselves are affected and behold and see  what is possible.

So it is not a question of ability but of will. There are enough ideas, means and space.
We therefore demand: to take measures to enable a better life for all.
Solidarity requires autonomy and a good life for all.

As long as the „we“ stops at borders, we stand up for: #RiseAgainstBorders.

Click here for more demands from the #RiseAgainstBorders Network!

AKTIONSTAG GEGEN LAGER AM 5. APRIL 2020

Bereits ohne die Gefahr durch Corona waren die Zustände in den Bundesasyllagern unmenschlich!

Nun spitzt sich die Lage zu:

Zwar sind die Verhältnisse im Bundesasyllager Basel seit Anfang Woche nicht mehr ganz so eng. Dies jedoch als Folge davon, dass 50 Geflüchtete in einen Bunker transferiert wurden. Die Migrationsbehörden zwingen Menschen dazu, unterirdisch auf engstem Raum zu leben. Die hinzugewonnenen Quadratmeter pro Person verkaufen sie als Massnahme gegen Corona – eine Farce!

Tatsache ist, dass die Bewohner*innen der Asyllager daran gehindert werden, sich vor Corona zu schützen! Die sanitäre Einrichtung ist unhygienisch, die Ernährung einseitig und die Raumverhältnisse bleiben unhaltbar. Es gibt keine Privatsphäre und keine sichere Möglichkeit der Quarantäne.

Schliesst die Lager und öffnet den Leerstand und die Hotels für ein selbstbestimmtes Leben!

Dazu rufen wir am 5. April auf. Macht auch ihr euren Protest sichtbar! Ob ihr ein Transpi raushängt, ein Video macht, eine Online-Demo organisiert oder sonst Widerstand zeigt – schickt uns doch Bilder eurer Aktionen an kontakt@3rgg.ch oder ladet es direkt auf www.barrikade.info.

Solidarisch, 3 Rosen gegen Grenzen

+++ Briefaktion Sa 4.4.2020 +++

In Schweizer Asylzentren leben geflüchtete Menschen trotz Corona-Krise auf engstem Raum und ohne Möglichkeit nötige Hygienemassnahmen einzuhalten. In den massiv überfüllten Camps auf den griechischen Inseln leben Menschen ohne fliessend Wasser und medizinische Versorgung. Essensportionen werden per Kalorien rationiert und sind häufig mehrere Tage abgelaufen. Bei einem Corona-Ausbruch droht eine noch grössere humanitäre Katastrophe, erwartet werden Tausende Tote!

Auf diese Missstände wollen wir unsere Nachbar*innen in Quarantäne aufmerksam machen! Holt am *Samstag (04.04.20) zwischen 13 und 15 Uhr beim Park Platz (Wasserwerkstrasse 101, Zürich)* Briefe ab und verteilt sie in eurer Nachbarschaft, um auf die Situation von geflüchteten Menschen während der Corona-Krise aufmerksam zu machen!

Open the Borders! Refugees Welcome!
#LeaveNoOneBehind #RiseAgainstBorders

Kommt, falls möglich, in Kleingruppen und nehmt, falls möglich, eigenes Klebeband, Desinfektionsmittel und/oder Handschuhe mit.

Ihr könnt den Brief natürlich auch selber ausdrucken und verteilen!